Einsprache zum Ausführungsprojekt zum Westast der Autobahnumfahrung in Biel

Anschlüsse Biel-Centre und Biel-West sind rechtswidrig und nicht umweltverträglich

Bild: Tiefbauamt Kanton Bern

Der VCS Kanton Bern und der WWF Bern haben eine gemeinsame Einsprache gegen das Nationalstrassenprojekt A5 Westast Biel eingereicht. Das gigantische Projekt wird das Stadtbild im Süden des Bahnhofs massiv beeinträchtigen. Der Verkehr wird nicht umgeleitet, sondern sich in einem nicht stadtverträglichen Ausmass und trotz flankierender Massnahmen über Biel und Nidau ergiessen. Luft- und Lärmgrenzwerte werden bei den Anschlussbauwerken überschritten. Die Grundwasserrisiken sind ungenügend erforscht und die Ersatzmassnahmen für den Naturschutz weisen erhebliche Mängel auf. Das nationale Interesse an der Fertigstellung des Netzes kann die Unverhältnismässigkeit der Eingriffe nicht rechtfertigen.

Mit ihrer Einsprache wollen die Umweltverbände das Projekt wegen verkehrstechnischer Unzweckmässigkeit und Unverhältnismässigkeit an den Bundesrat zurückweisen, mit dem Auftrag, die generelle Projektierung der Anschlüsse Biel-Centre und Biel-West zu überprüfen und ein generelles Projekt vorzulegen, das den nationalen Durchgangsverkehr auf die Nationalstrasse verlagert ohne in der Stadt Biel Mehrverkehr zu verursachen. Dabei ist die Frage zu prüfen, ob für die Strecke Brüggmoss-Twann nicht auch eine drittklassige Nationalstrasse genügt.

Eine umweltgerechte und stadtverträgliche Realisierung wird mit diesem Projekt nicht erreicht. Schlimmer noch:

  • Das Hauptziel der Verkehrsentlastung der Stadt Biel wird grundlegend verfehlt. Der Anschluss Biel-Centre würde sowohl die Innenstadt als auch das Quartier gegen Nidau mit Verkehr überfluten.
  • Der Westast würde vollständig im Grundwasser gebaut, was Baurisiken birgt, die nur ungenügend abgeklärt sind und zudem extrem hohe Kosten verursachen. Weiter können die baulichen Eingriffe zu einer Veränderung der Grundwasserspiegel führen. Das Risiko von Absenkungen, Risse und Wassereinbruch für bestehende Gebäude der Bieler Innenstadt ist erheblich.
  • Der Halbanschluss Biel-West beeinträchtigt das Naturschutzgebiet "Felseck" und den Trockenwiesenstandort "Pavillon" und führt zu einer Unbenutzbarkeit des Strandbodens während der 10-jährigen Bauzeit.
  • Bei beiden Anschlusswerken belasten die Tunnelöffnungen die Luft übermässig entweder im Zentrum und beim Bahnhof oder in einem Naherholungsgebiet. Die hohe Luftbelastung wird durch den verkehrstechnisch geringen Nutzen des Anschlusses nicht aufgewogen.
  • Die Lärmbelastung beim Anschluss Biel-Centre wird in der Innenstadt und in der Achse Richtung Ipsach durch Nidau zunehmen.

Mehrjährige Bauphase mit Pfählungen und immensen Lastwagenfahrten

Ein weiterer grober Mangel des Projektes betrifft die Bauphase: Der Bevölkerung wird insgesamt eine 15-jährige Bauphase zugemutet, in welcher infolge Pfählungen und immensen Lastwagenfahrten an mehreren Orten Luft- und Lärmgrenzwerte überschritten werden. Weiter stossend ist, dass der Bericht sich nur pauschal zu den verschiedenen Gefahrenstellen für den Langsamverkehr äussert, die während der mehrjährigen Bauphase geschaffen werden. Desgleichen für den öffentlichen Verkehr, der während der Bauphase massiv beeinträchtigt sein wird.

Der Projektteil Zubringer südliches Bielerseeufer erscheint uns zweckmässig aber nur bedingt umweltverträglich; das Projekt kann nur genehmigt werden, wenn bis zur Eröffnung weitgehende Verkehrsberuhigungsmassnahmen durch Nidau umgesetzt worden sind. Die Umfahrung Vingelz ist bedingt umweltverträglich; grosse Bedenken wecken die Eingriffe beim Tunnelportal (Biel-West).