Mitwirkung Regiotram

Die VCS Regionalgruppe Biel/Bienne begrüsst den praktizierten partizipativen Entscheidungsprozess; dieser muss unbedingt fortgesetzt werden. Parteien, Verbände wie auch die Bevölkerung können so frühzeitig Ideen, Bedenken usw. einbringen, welche vielleicht auch noch ins Projekt miteinbezogen werden können. Dadurch steigt im Wesentlichen die Akzeptanz eines solchen Grossprojektes.

Generelle Bemerkungen:

Die notwendige Infrastruktur (Fahrweg, Fahrleitung usw. ) muss durch die Stadt Biel erstellt, resp. finanziert werden; d. h. dem zukünftigen Betreiber des Regiotrams wird die Infrastruktur zur Verfügung gestellt, dieser ist jedoch nicht in dessen Besitz (Stichwort Verkäufe / Fusionen von Unternehmungen!). Das Trassee des zukünftigen Regiotrams wird auf weiten Teilen im öffentlichen Strassenraum zu liegen kommen. Schon von daher macht es wohl wenig Sinn, hier neben der Stadt Biel noch andere Besitzer, resp. Akteuere zu haben!

Der Betrieb des Regiotrams ist wegen der Verflechtung mit dem Bieler öV- Netz (Stichwort innerstädtische Verkehrsbeziehungen und – aufgaben) sinnigerweise einem für das ganze öV- Netz zuständigen Unternehmen zu übertragen (warum nicht die Verkehrsbetriebe Biel VB?).

Der integrale Verkehrsverbund für die Region Biel (Abo ZigZag- Gebiet) ist die zwingende Voraussetzung, das Regiotram als tragendes Element im öV- System der Region eingebunden zu finden.   

Die Betriebs- und Unterhaltskosten sind beim Tram sicherlich höher als bei Trolley- oder Buslinien. Wichtig für das ganze Projekt ist daher, dass wirksame Massnahmen getroffen werden das neue Transportmittel auch auszulasten, ohne gleichzeitig die bestehenden Buslinien zu kannibalisieren!  Der Modalsplit zugunsten des Öffentlichen Verkehrs in der Agglomeration Biel soll auf mehr als 50 Prozent erhöht werden. Nur so ist es zu vermeiden, dass nach ein paar Jahren das Busnetz aus Kostengründen (Stichwort Kostendeckungsgrad / Passagieraufkommen)  redimensioniert,, resp. abgebaut und damit unattraktiv gemacht werden wird!

Auf dem ganzen Netz ist dem Veloverkehr genügend Rechnung zu tragen, falls Velorouten betroffen werden ist zumindest gleichwertiger Ersatz zu realisieren. bei allen Kreuzungspunkten mit dem Veloverkehr sind die Tramschienen auszugummieren.

Der Velotransport muss im Regiotram während der ganzen Betriebszeit möglich sein.

Es darf keine Kapphaltestellen geben, damit das Regiotram nach einem Halt ungehindert weiterfahren kann. Es sind alle Möglichkeiten zu prüfen, damit das Regiotram nicht in einem MIV-Stau stecken bleibt.

Eine vollumfängliche Zustimmung zum Projekt Regiotram kann nur gegeben werden, wenn auch die Haltestellendichte bekannt ist, also erst in der 2. Mitwirkung . Entscheidend ist, dass hinsichtlich Haltestellendichte, Fahrplan, Komfort, Taktintervalle auch am Wochenende und Abends usw. für den Benutzer keine Verschlechterungen eintreten.

Fragebogen zur Mitwirkung:

1) Generelle Linienführung: Sind Sie mit der generellen Linienführung des Projektes „Regiotram Agglomeration Biel/Bienne“ grundsätzlich einverstanden?

Ja

Bemerkungen: Ein grosser Entwicklungsschritt für die Agglomeration Biel zur Förderung des öffentlichen Verkehrs, insbesonders auch für die öV- Erschliessung des Entwicklungsschwerpunktes (ESP) Bözingenfeld.

2a) Welche der beiden Varianten im Bereich Nidau bis Bahnhof Biel bevorzugen sie?                                                                                                        
Variante 2: Linienführung durch das Zentrum Nidau                                 Bemerkung: Realisierung durch das Stedtli Nidau ist weniger abhängig vom Projektstand, resp. – fortschritt des Westastes der Umfahrung Biel, A5. Das Projekt „ Agglolac“ kann so mit einer Verlegung der Trolleybuslinie 4 besser erschlossen werden (muss auch bei allf. Variante „ bestehendes Trassee“ realisiert werden!). Das Regiotram muss da durchfahren wo das grösste Kundenpotenzial vorhanden ist, also durchs Stedtli. Schöner Nebeneffekt wäre, wenn das bestehende Trassee für einen Veloweg genutzt werden könnte.

Zusatzfrage zu Variante 2:
Linienführung über Walserplatz                

Bemerkungen: COOP und Kaufm. Berufsschule sind so direkt  erschlossen, das heisst hier muss unbedingt eine Haltestelle sein.

2b) Welche der beiden Varianten im Bereich Renferareal/Mett bevorzugen Sie?    
Variante 1 entlang Schüssufer                                                                Bemerkung: Bessere Erschliessung des Renferareals, Bürenstrasse und der angrenzenden Wohngebiete, welche heute nicht oder nur schlecht vom ÖV erschlossen sind, kürzere und attraktivere Linienführung (Fahrzeitgewinn). Der eingleisige Abschnitt ist betrieblich machbar. Das naturnahe Schüssufer muss durchgehend begehbar bleiben und kann allenfalls sogar aufgewertet werden.

Falls Variante 2 durch das Quartier Mett:
Priorisierung des Regiotrams gegenüber dem MIV ein absolutes Muss. Zudem ist bei dieser Variante die Erschliessung des Renferareals nicht mehr in der heute gültigen Qualität sichergestellt, das heisst, es muss zumindest eine Busverbindung gleichwertig  
der heutigen Linie 2 in diesem Gebiet angeboten bleiben (analog Verlegung Linie 4 in Nidau).

3a) Sind Sie mit der Linienführung von der Unterführung Aarbergstrasse über den Bahnhofplatz, durch die Bahnhofstrasse bis zum Zentralplatz einverstanden?        Nein                                                                                                  
Bemerkung: Es kann nicht sein dass für 200 Mio. Franken ein neues Verkehrsmittel realisiert wird, welches für ca. 30 % der Benutzer eine längere Umsteigedistanz Regiotram – Züge Bahnhof Biel bedeuten würde. Eine Unterquerung des Bahnhofes mit einer Haltestelle unter den Gleisen ist zu realisieren (auch wenn das etwas mehr kostet). Eine dadurch realisierbare zweite durchgehende Unterführung wird die Bestehende spürbar entlasten, da die Reisenden von und nach dem Regiotram nicht mehr durch die gleiche Passage müssten. Diese neue Unterführung müsste ostseitig der Bestehenden gebaut werden mit Ausgängen südseitig zum Walserplatz und nordseitig zum Bahnhofparking inkl. Anbindung Veloparking. Die Haltestelle Bahnhofplatz muss für das Regiotram durch eine Haltestelle Guisan-Platz mit allen Umsteigebeziehungen auf die Bus- und Trolleylinien ersetzt werden. Eine Haltestelle vor der Drogerie Hilfiker ist nicht mehr nötig und würde die Problematik Überquerung Bahnhofplatz / Veresius- Strasse vermindern.

Falls der Kostenfaktor sehr gewichtig für das Projekt Regiotram Agglomeration Biel/Bienne ist, dann Priorisierung Variante heutigesTrassee Nidau  - Biel, um mehr Mittel für die Haltestelle unter dem Bahnhof freizumachen.

3b) Sind Sie mit der Linienführung vom Zentralplatz entlang der Schüss über die Stämpflistrasse bis zur Mühlestrasse einverstanden?                                 Ja                                                                                                                   Aufhebung der Parkplätze längsseits notwendig, evtl. Veloroute auf der anderen Schüssseite. 80 cm Spurbreite für den Zweiradverkehr sind ungenügend.

3c) Sind Sie mit der Linienführung von der Länggasse bis zur neuen Bahnhaltestelle Bözingenfeld einverstanden?                                                     
Ja

4) Sind Sie mit den Anpassungen des Bus-Angebotes im Zusammenhang mit dem Regiotram einverstanden?                                                                    
Eher ja                                                                                                  Bemerkung: Siehe unter 3 a betreffend Haltestelle Guisan- Platz mit Umsteigebeziehungen zu/von den Bussen und Trolleys.  

Nicht einverstanden sind wir mit den Aussagen betreffend die Linie 6. Heutige Erfahrungen zeigen, dass die heute geltenden Fahrzeiten praktisch keinen Spielraum für eine längere Streckenführung (wie durch das Führen der Linie 6 in beiden Richtungen durch das Lindenquartier hervorgehend) erlauben dürften. Wie wirkt sich das auf den Einsatz der Anzahl Fahrzeuge (Kosten) resp. auf die Taktintervalle während der ganzen Betriebszeit ? Frühere Diskussionen haben auch gezeigt, dass das Gebiet um den Kreuzplatz auch als Quartierzentrum für das Lindenquartier von Bedeutung ist; dieser Aspekt wird vernachlässigt.  Für uns bemerkenswert ist auch, dass die Linie 6 in keinem Zusammenhang mit der Linienführung des Regiotrams steht. Um so unverständlicher für uns, diese  Änderung im Umfeld des Buskonzeptes zum Regiotram  zu propagieren. Die Änderungen am Liniennetz der VB sind breiter in den Quartieren abzustützen, resp. die Bevölkerung ist stärker miteinzubeziehen  als dies im Rahmen der Mitwirkung zum Projekt Regiotram heute möglich ist.        

5) Welche Impulse erhoffen Sie sich durch das Regiotram in Bezug auf die Gestaltung des Strassenraumes?                                                               
Anteil des ÖV’s kann durch Regiotram erhöht werden, wodurch der Druck auf die Erhöhung der Strassenkapazität für den MIV abnimmt, die flankierenden Massnahmen zur A5-Umfahrung können ihre Wirkungen besser entfalten. Derzu erwartende Neuverkehr (Wohnen und Arbeiten) muss vollumfänglich durch das Regiotram aufgefangen werden. P&R-Anlagen im Bözingenfeld müssen realisiert werden und mit geeigneten Massnahmen die Autofahrer von der Strasse geholt werden. Road-Pricing wäre eine geeignete Massnahme. Zugleich kann eines der Legislaturziele der Stadt Biel, die Aufwertung des Langsamverkehrs und der Wohnquartiere dadurch leichter erreicht werden.

Neue Begegnungszonen sind ebenfalls anzustreben. Griffige Massnahmen müssen getroffen werden, damit das neue Transportmittel auch in genügender Frequenz genutzt wird und die bestehenden Linien trotzdem im bisherigen Takt fahren, das heisst Modal-Split muss auf über 50 % für den öffentlichen Verkehr erhöht werden.

6a) Wie gut sind Sie über das Projekt „Regiotram Agglomeration Biel/Bienne“ im Bild?
Gut                                                                                                                         
Wie haben Sie sich über das Projekt „Regiotram Agglomeration Biel/Bienne“ informiert?                                                                                Mitwirkungsdossier                                                                                   Öffentliche Informationsveranstaltungen                                                      Internet 
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